Unsere Fahrt nach Norddeutschland mit einer Spritztour nach Holland

Ich möchte Euch hier mal teilhaben lassen an meinen gemessenen Fakten und meinen Erfahrungen.

Das Navi in meinem ZOE hat keine Karten für Holland. Nun wollte ich mir die dazu kaufen. Da man das nur mit Kreditkarte zahlen kann und ich keine habe und auch keine haben will, war mir das also nicht möglich.

Meinen Renaulthändler wollte ich damit nicht belästigen. Glücklicherweise hatte ich noch ein altes TomTom Navi, dem ich zuletzt 2015 ein Update gegönnt hatte. Mit dem fuhren wir dann also von unserer Pension in Ringe nach Holland.

Ich habe das kaum vorgeplant, weil die Niederlande ja voller Ladestationen sind; das war ein Fehler. Eine Standardladestation in Holland hat nur 11KW. Das ist beim Strecke machen zu langsam. Somit wurde unser Tripp durch Holland langwieriger als geplant. Auf dem Rückweg habe ich nur bei den Fastned Schnelladern geladen, das war dann schon besser.

Ich hatte ja auf dem Autonavi die Datenbank von Going Electric drauf, dazu gibt es im Netz Anleitungen, und auf dem TomTom Navi die aktuellen Stationen von Lemnet für die Niederlande. In Deutschland ist ja fast alles mind 22KW, das war also OK. Für die Niederlande würde ich mir in Zukunft eine extra Datei Anlegen auf der nur die Schnellader sind, damit man die schnell findet.

Die Vorgehensweise war auf beiden Navis quasi identisch.

  1. Route planen zum Ziel
  2. Abfrage das ZOE "... Ladestationen hinzu fügen ..." mit NEIN beantworten, weil das schlicht nicht funktioniert.
  3. Neues Ziel Planen "Poi entlang der Route", beim ZOE Going electric auswählen (beim Navin Lemnet Holland).
  4. Es erscheinen schön der Reihe nach die Ladestatioen entlang der geplanten Route und man kann sich eine aussuchen, auf der Karte schauen ob's passt und bestätigen.

Ich fahre möglichst alle 50-80km an eine Ladestation, dann bin ich entspannt, egal ob das Ding funktioniert. Das war auch gut so. An einer Innogy Ladestation wollte ich laden. Es hat wirklich volle 5 Minuten gedauert bis mir die App die Station angezeigt hat. Das half jedoch auch nichts weil als einzige Bezahlmöglichkeit "Gutschein" angezeigt wurde.

Also habe ich es über New Motion versucht. Weitere Minuten später wollte ich darüber starten, doch TNM fragte plötzlich das PayPal Passwort ab, was ich jedoch nicht auswendig wusste. Kein Bock mehr, weiter zu einer anderen Station. Danach habe ich Innogy Stationen vermieden wo es ging, ging aber nicht immer und ich habe dann auch erfolgreich geladen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei Innogy auch nur irgendwer an einer verantwortlichen Position schonmal ein E-Auto gefahren ist. Diese Bedienung, ausschliesslich über eine internetverbindung ist, wie wir alle wissen, absoluter unbrauchbarer Schrott.

In Holland geht man an eine Station, steckt den Stecker rein, kurz die TNM Karte ran halten, fertig. Überall! An JEDER Station! Im ganzen Land!

Einfach ein funktionierendes System kopieren!!!!! Man muß das Rad nicht neu erfinden, das gibt schon lange!

Mehr möchte ich mich hierrüber nicht auslassen.

Jetzt möchte ich Euch lieber mal ein paar nackte Zahlen präsentieren.

Wir haben bei unerer Pension über 230v den ZOE geladen und das mit einem Stromzähler gemessen um es am Ende abrechnen zu können. Alles andere wurde je extern geladen und wird irgendwann mal mit mir abgerechnet, das kann jedoch etwas dauern. Was ich schon habe sind also meine selbst gemessenen Daten und die Ladevorgänge von TNM die ich schon angezeigt bekomme, das sind längst nicht alle, vor allem die aus Holland scheinen noch zu fehlen, aber es reicht für eine Berechnung mit einer Tabellenkalkulation.

Ich habe mir die Ladevorgänge auf meinem Renault Konto herunter geladen und über den Verbrauch zwischen den Ladevorgängen in % den Verbrauch in KWh berechnet. Unter der Annahme, dass ich 20KWh meines Akkus nutzen kann, stimmte das mit einer Abweichung von nur einer KWh mit der Messung im Auto überein.

Die Manuell gemesenen Zeiten habe ich ebenso berechnet und zusammengezählt.

Damit hatte ich eine Tabelle mit den Werten was im Auto angekommen ist.

jetzt wirds interessant. Was wurde mir denn beim entsprehenden Ladevorgang berechnet? Ich hatte zwar noch keinen Preis aber teilweise schon die berechneten Kilowattstunden. Die trug ich in die Tabelle ein. Es wurden fast jedesmal 25-29% mehr berechnet. Einmal waren es 40% weniger, was wohl ein Fehler war. Nun zählte ich die berechneten Werte meiner eigenen Ladungen zusammen und kam auf knapp 75KWh. Gemessen hatte ich fast genau 100KWh.

Das deutet mit ziemlicher Sicherheit auf Ladeverluste von ca. 25% hin, da ja beide Ladesysteme ungefähr zum gleichen Ergebnis kamen.

Meine während des ganzen Urlaubs gefahrene Strecke war 2144km Der Verbrauch im Auto 316KWh
316/2144 *100 =14,7 / 100km
incl. 25% Ladeverlusten also 18,4 KWh/100km

Ich fuhr auf den Autobahnen in Deutschland und Holland möglichst 100 kmh oder knapp drüber. Wesentlich schneller zu fahren ist vom Energieverbrauch her völlig uninteressant.

Auf Landstraßen fuhr ich fast nie 100, was in Norddeutschland eh kaum möglch ist, weil gefühlt 80% der Straßen auf 70 begrenzt sind.

Das führt zu dem Ergebnis, dass die realistische Reichweite, ohne übertriebene Sparmaßnahmen und mit der Möglichkeit diese gegen Ende hin durch den ECO Modus o.ä. im Notfall noch etwas zu strecken, ca. 135km beträgt.

Das klingt wenig, ich bitte aber zu beachten, dass Sie von dieser Reichweite im Sommer unter fast allen Umständen ausgehen können.

In Holland bin ich übrigens 2x mit einer Restreichweite von weniger als 5 km (es wird dann nichts mehr angezeigt) an der Ladestation angekommen. Das kann man machen, wenn im Umkreis von 500m mehrere weitere Stationen sind die man im Störfall anfahren kann. Das Fahrzeug spielt mir da gerne einen Streich. Es sieht so aus als ob man mit 15km Rest ankommt, doch gegen Ende schrumpft die Reichweite ungewöhnlich schnell weg so dass es dann 0km sind. Mir wäre es lieber Renault würde mir einfach die Ladekapazität anzeigen.

Ich hoffe, dass diese Informationen hilfreich sind und die ein oder andere Diskussion vereinfachen können.